{"id":61955,"date":"2026-07-01T10:53:38","date_gmt":"2026-07-01T08:53:38","guid":{"rendered":"https:\/\/hanf.com\/info\/?p=61955"},"modified":"2026-07-30T13:45:53","modified_gmt":"2026-07-30T11:45:53","slug":"cannabisblueten-krankenkasse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hanf.com\/info\/en\/cannabisblueten-krankenkasse\/","title":{"rendered":"Kassen-Aus f\u00fcr Cannabisbl\u00fcten: Gesetz seit 30. Juli 2026 in Kraft"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><br><strong>Was der Beschluss f\u00fcr Cannabispatienten, Extrakte und Fertigarzneimittel bedeutet<\/strong><\/h2>\n\n\n<div class=\"jet-listing-grid--4887\" style=\"\"><style>.info-card {\n\tpadding: 5rem 3rem;\n\tborder-radius: 30px;\n\toverflow: hidden;\n\tdisplay: flex;\n\tflex-direction: row;\n\tgap: 3rem;\n\tmargin-block: 6rem;\n\twidth: min(100%, 100rem);\n}\n\n.info-card__icon {\n\tflex: 0 0 70px;\n}\n\n.info-card__icon img {\n\twidth: 70px;\n\theight: 70px;\n}\n\n.info-card__text {\n\tdisplay: flex;\n\tflex-direction: column;\n\tgap: 1rem;\n}\n\n.info-card__text__cta {\n\tmargin-top: 2rem;\n}\n\n:where(.brxe-post-content) a:not(.bricks-button).info-card__text__cta__link {\n\tborder-radius: 90px;\n\tpadding: 7px 15px;\n\tbackground: var(--secondary);\n\tcolor: var(--light);\n\tfont-weight: 500;\n\ttext-align: center;\n}\n\n.info-card__text__cta[show-button=\"nein\"] {\n\tdisplay: none;\n}<\/style><div class=\"info-card section-bg section-bg--brown section-shape\">\n\t<div class=\"info-card__icon\">\n\t\t<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/hanf.com\/info\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/hanf-circle-info.svg\" class=\"attachment-full size-full\" alt=\"Info-Icon\" \/>\n\t<\/div>\n\t<div class=\"info-card__text\">\n\t\t<div class=\"info-card__text__title h3-text\">\n\t\t\tUpdate vom 29. Juli 2026:\n\t\t<\/div>\n\t\t<div class=\"info-card__text__description\">\n\t\t\tDas GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz wurde am 29. Juli 2026 im Bundesgesetzblatt verk\u00fcndet und ist am 30. Juli 2026 in Kraft getreten. Cannabisbl\u00fcten sind seitdem nicht mehr Bestandteil des besonderen Leistungsanspruchs nach \u00a7 31 Absatz 6 SGB V. Standardisierte Cannabisextrakte sowie Arzneimittel mit Dronabinol oder Nabilon bleiben grunds\u00e4tzlich erfasst. F\u00fcr laufende Therapien und bereits erteilte Genehmigungen bestehen weiterhin praktische und rechtliche Umsetzungsfragen. Bitte setzen Sie eine laufende Medikation nicht eigenst\u00e4ndig ab und ver\u00e4ndern Sie weder Dosierung noch Anwendungsform ohne \u00e4rztliche R\u00fccksprache.\n  <p><strong>Letzte Aktualisierung:<\/strong> 30. Juli 2026<\/p>\n<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t<div class=\"info-card__text__cta\" show-button=\"nein\">\n\t\t\t<a href=\"\" class=\"info-card__text__cta__link\">\n\t\t\t\tJetzt kontaktieren\n\t\t\t<\/a>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n<\/div><\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seit dem 30. Juli 2026 gelten neue Regeln f\u00fcr die Versorgung gesetzlich Versicherter mit medizinischem Cannabis. Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz wurde am 29. Juli 2026 im Bundesgesetzblatt verk\u00fcndet und trat am folgenden Tag in Kraft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Getrocknete Cannabisbl\u00fcten sind seitdem nicht mehr Bestandteil des besonderen Leistungsanspruchs nach \u00a7 31 Absatz 6 SGB V. \u00c4rztlich verordnet und in Apotheken abgegeben werden k\u00f6nnen sie grunds\u00e4tzlich weiterhin. Die gesetzlichen Krankenkassen \u00fcbernehmen die Kosten jedoch grunds\u00e4tzlich nicht mehr.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Neuregelung betrifft au\u00dferdem standardisierte Cannabisextrakte sowie Arzneimittel mit Dronabinol oder Nabilon. Diese bleiben zwar grunds\u00e4tzlich im Leistungsanspruch enthalten. Die vertrags\u00e4rztliche Versorgung muss jedoch zun\u00e4chst mit einem zugelassenen cannabishaltigen Fertigarzneimittel im Rahmen eines sechsmonatigen Therapieversuchs erfolgen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Patientinnen und Patienten mit bereits genehmigten und laufenden Bl\u00fctentherapien ergeben sich damit erhebliche Ver\u00e4nderungen. Das Gesetz enth\u00e4lt keine ausdr\u00fccklich formulierte allgemeine \u00dcbergangsregelung f\u00fcr diese F\u00e4lle. Betroffene sollten ihre Therapie nicht eigenst\u00e4ndig ver\u00e4ndern, sondern das weitere Vorgehen mit ihrer behandelnden Praxis und ihrer Krankenkasse kl\u00e4ren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br><strong>Wichtiger Hinweis:<\/strong> Dieser Beitrag informiert \u00fcber die seit dem 30. Juli 2026 geltende Rechtslage. Er ersetzt keine medizinische oder rechtliche Beratung. Patientinnen und Patienten sollten ihre Behandlung nicht eigenst\u00e4ndig \u00e4ndern oder unterbrechen, sondern das weitere Vorgehen mit ihrer behandelnden \u00c4rztin oder ihrem behandelnden Arzt besprechen.<\/p>\n\n\n<div class=\"jet-listing-grid--4887\" style=\"\"><div class=\"info-card section-bg section-bg--brown section-shape\">\n\t<div class=\"info-card__icon\">\n\t\t<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/hanf.com\/info\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/hanf-circle-info.svg\" class=\"attachment-full size-full\" alt=\"Info-Icon\" \/>\n\t<\/div>\n\t<div class=\"info-card__text\">\n\t\t<div class=\"info-card__text__title h3-text\">\n\t\t\tDas Wichtigste in K\u00fcrze\n\t\t<\/div>\n\t\t<div class=\"info-card__text__description\">\n\t\t\t\n  <ul>\n    <li>\n      Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz wurde am\n      <strong>29. Juli 2026<\/strong> im Bundesgesetzblatt verk\u00fcndet und ist am\n      <strong>30. Juli 2026<\/strong> in Kraft getreten.\n    <\/li>\n\n    <li>\n      <strong>Cannabisbl\u00fcten sind seit dem 30. Juli 2026 nicht mehr Bestandteil des besonderen Leistungsanspruchs<\/strong>\n      nach \u00a7 31 Absatz 6 SGB V.\n    <\/li>\n\n    <li>\n      \u00c4rztinnen und \u00c4rzte k\u00f6nnen medizinische Cannabisbl\u00fcten grunds\u00e4tzlich weiterhin verordnen.\n      F\u00fcr gesetzlich Versicherte erfolgt die Versorgung jedoch in der Regel\n      <strong>auf Privatrezept und auf eigene Kosten<\/strong>.\n    <\/li>\n\n    <li>\n      Standardisierte Cannabisextrakte sowie Arzneimittel mit\n      <strong>Dronabinol oder Nabilon<\/strong> bleiben grunds\u00e4tzlich im GKV-Leistungsanspruch enthalten.\n    <\/li>\n\n    <li>\n      Vor einer Versorgung mit diesen Pr\u00e4paraten muss grunds\u00e4tzlich zun\u00e4chst ein\n      <strong>sechsmonatiger Therapieversuch mit einem zugelassenen cannabishaltigen Fertigarzneimittel<\/strong>\n      erfolgen.\n    <\/li>\n\n    <li>\n      F\u00fcr bereits genehmigte und laufende Bl\u00fctentherapien enth\u00e4lt das Gesetz\n      <strong>keine ausdr\u00fcckliche allgemeine \u00dcbergangs- oder Bestandsschutzregelung<\/strong>.\n      Betroffene sollten ihre Krankenkasse deshalb schriftlich um Auskunft bitten.\n    <\/li>\n\n    <li>\n      Auch f\u00fcr vor dem 30. Juli 2026 ausgestellte, aber erst danach eingel\u00f6ste Rezepte\n      bestehen noch offene Umsetzungsfragen.\n    <\/li>\n\n    <li>\n      Patientinnen und Patienten sollten ihre Behandlung\n      <strong>nicht eigenst\u00e4ndig abbrechen oder umstellen<\/strong>,\n      sondern das weitere Vorgehen mit ihrer behandelnden Praxis und ihrer Krankenkasse kl\u00e4ren.\n    <\/li>\n\n    <li>\n      F\u00fcr privat Versicherte ergibt sich aus der \u00c4nderung des \u00a7 31 Absatz 6 SGB V\n      keine unmittelbare gesetzliche Leistungsk\u00fcrzung. Die Erstattung richtet sich weiterhin\n      nach dem jeweiligen Versicherungsvertrag.\n    <\/li>\n  <\/ul>\n\t\t<\/div>\n\t\t<div class=\"info-card__text__cta\" show-button=\"nein\">\n\t\t\t<a href=\"\" class=\"info-card__text__cta__link\">\n\t\t\t\tJetzt kontaktieren\n\t\t\t<\/a>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n<\/div><\/div>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Was wurde bei der GKV-Erstattung von Cannabis ge\u00e4ndert?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Regeln zur Erstattung von medizinischem Cannabis befinden sich in \u00a7 31 Absatz 6 des F\u00fcnften Buches Sozialgesetzbuch. Bislang umfasst der Anspruch gesetzlich Versicherter unter bestimmten Voraussetzungen unter anderem Cannabis in Form getrockneter Bl\u00fcten oder Extrakte sowie Arzneimittel mit den Wirkstoffen Dronabinol oder Nabilon.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der vom Bundestag beschlossenen Neufassung werden Cannabisbl\u00fcten nicht mehr genannt. Der besondere gesetzliche Anspruch umfasst nun folgende Pr\u00e4parate:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Cannabis in Form von Extrakten in standardisierter Qualit\u00e4t,<\/li>\n\n\n\n<li>Arzneimittel mit Dronabinol,<\/li>\n\n\n\n<li>Arzneimittel mit Nabilon.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit werden getrocknete Cannabisbl\u00fcten nicht lediglich nachrangig behandelt. Sie fallen vollst\u00e4ndig aus dem in \u00a7 31 Absatz 6 SGB V geregelten Leistungsanspruch heraus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die verbliebenen Cannabisarzneimittel wird zugleich ein Vorrang zugelassener Fertigarzneimittel eingef\u00fchrt. Nach dem neuen Gesetzestext hat die vertrags\u00e4rztliche Versorgung zun\u00e4chst mit einem zugelassenen cannabishaltigen Fertigarzneimittel im Rahmen eines sechsmonatigen Therapieversuchs zu erfolgen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Erst nach diesem Therapieversuch kommt grunds\u00e4tzlich eine Versorgung mit standardisierten Cannabisextrakten oder Arzneimitteln mit Dronabinol beziehungsweise Nabilon nach \u00a7 31 Absatz 6 SGB V in Betracht.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Was ist neu gegen\u00fcber dem urspr\u00fcnglichen Gesetzentwurf?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der urspr\u00fcngliche Entwurf konzentrierte sich vor allem auf den Ausschluss von Cannabisbl\u00fcten aus der GKV-Erstattung. Cannabisextrakte und andere Cannabisrezepturen sollten grunds\u00e4tzlich erstattungsf\u00e4hig bleiben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im parlamentarischen Verfahren wurde die Regelung versch\u00e4rft. Die beschlossene Fassung enth\u00e4lt nun zus\u00e4tzlich den sechsmonatigen Vorrang zugelassener cannabishaltiger Fertigarzneimittel.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit ergeben sich zwei wesentliche \u00c4nderungen:<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>1. Cannabisbl\u00fcten fallen vollst\u00e4ndig aus der GKV-Erstattung<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im neuen Wortlaut des \u00a7 31 Absatz 6 SGB V sind getrocknete Cannabisbl\u00fcten nicht mehr enthalten. Eine Ausnahme f\u00fcr einzelne Krankheitsbilder, besondere Facharztgruppen oder medizinisch begr\u00fcndete Einzelf\u00e4lle ist im beschlossenen Gesetzestext nicht vorgesehen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>2. Extrakte und Rezepturen werden nachrangig<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Standardisierte Cannabisextrakte sowie Arzneimittel mit Dronabinol oder Nabilon bleiben zwar grunds\u00e4tzlich Teil des Leistungsanspruchs. Die Behandlung muss nach der neuen Regelung grunds\u00e4tzlich zun\u00e4chst mit einem zugelassenen cannabishaltigen Fertigarzneimittel versucht werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist eine grundlegende Umkehr der bisherigen Versorgungspraxis. Bislang konnten \u00c4rztinnen und \u00c4rzte bei erf\u00fcllten Voraussetzungen und gegebenenfalls nach Genehmigung der Krankenkasse direkt ein im Einzelfall geeignetes Cannabisarzneimittel ausw\u00e4hlen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Was bedeutet der sechsmonatige Therapieversuch?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die seit dem 30. Juli 2026 geltende Regelung verlangt, dass die vertrags\u00e4rztliche Versorgung zun\u00e4chst mit einem zugelassenen cannabishaltigen Fertigarzneimittel erfolgt. Das Gesetz bezeichnet ihn ausdr\u00fccklich als sechsmonatigen Therapieversuch.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Gesetzestext l\u00e4sst jedoch noch wichtige praktische Fragen offen. Dazu geh\u00f6ren beispielsweise:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Welches Fertigarzneimittel muss f\u00fcr das jeweilige Krankheitsbild ausprobiert werden?<\/li>\n\n\n\n<li>Muss das Pr\u00e4parat ausdr\u00fccklich f\u00fcr die konkrete Erkrankung zugelassen sein?<\/li>\n\n\n\n<li>Was gilt, wenn kein passendes cannabishaltiges Fertigarzneimittel verf\u00fcgbar ist?<\/li>\n\n\n\n<li>Wann darf ein Therapieversuch vor Ablauf von sechs Monaten als erfolglos beendet werden?<\/li>\n\n\n\n<li>Welche Nebenwirkungen oder Gegenanzeigen rechtfertigen einen Abbruch?<\/li>\n\n\n\n<li>Wie muss der Therapieverlauf dokumentiert werden?<\/li>\n\n\n\n<li>Was gilt f\u00fcr Patientinnen und Patienten, die bereits vor Inkrafttreten erfolgreich mit Extrakten oder Dronabinol behandelt werden?<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Gesetzgeber beauftragt den Gemeinsamen Bundesausschuss, n\u00e4here Regelungen zur Leistungsgew\u00e4hrung zu treffen. Die praktische Umsetzung h\u00e4ngt daher neben dem Gesetzeswortlaut auch von erg\u00e4nzenden Richtlinien, verbindlichen Hinweisen und der Anwendung durch Vertrags\u00e4rzte und Krankenkassen ab.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Gibt es Ausnahmen vom Fertigarzneimittel-Vorrang?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der geltende Wortlaut schreibt den sechsmonatigen Therapieversuch grunds\u00e4tzlich vor. Eine ausdr\u00fccklich formulierte allgemeine Ausnahme, mit der \u00c4rztinnen und \u00c4rzte den Versuch allein aufgrund ihrer individuellen Therapieentscheidung vollst\u00e4ndig \u00fcberspringen k\u00f6nnten, enth\u00e4lt der neue Satz nicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Allerdings gelten weiterhin die allgemeinen Voraussetzungen f\u00fcr eine Cannabistherapie. Ein Anspruch auf Extrakte, Dronabinol oder Nabilon besteht nur bei einer schwerwiegenden Erkrankung und nur dann, wenn eine allgemein anerkannte, dem medizinischen Standard entsprechende Behandlung nicht zur Verf\u00fcgung steht oder im konkreten Fall nach begr\u00fcndeter \u00e4rztlicher Einsch\u00e4tzung nicht angewendet werden kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Au\u00dferdem muss eine nicht ganz entfernt liegende Aussicht bestehen, dass sich die Therapie sp\u00fcrbar positiv auf den Krankheitsverlauf oder auf schwerwiegende Symptome auswirkt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie diese Voraussetzungen mit dem neuen Fertigarzneimittel-Vorrang zusammenspielen, muss sich in der praktischen Umsetzung zeigen. Insbesondere die Situation von Menschen, f\u00fcr deren Erkrankung kein geeignetes zugelassenes cannabishaltiges Fertigarzneimittel existiert, d\u00fcrfte noch zu Diskussionen f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Werden Cannabisbl\u00fcten jetzt verboten?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nein. Der Bundestagsbeschluss bedeutet kein allgemeines Verbot medizinischer Cannabisbl\u00fcten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00c4rztinnen und \u00c4rzte k\u00f6nnen Cannabisbl\u00fcten grunds\u00e4tzlich weiterhin als Arzneimittel verordnen, sofern sie die Behandlung medizinisch vertreten k\u00f6nnen. Auch Apotheken d\u00fcrfen \u00e4rztlich verordnete Bl\u00fcten weiterhin abgeben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ge\u00e4ndert wird die Finanzierung durch die gesetzliche Krankenversicherung. Seit dem 30. Juli 2026 sind Cannabisbl\u00fcten nicht mehr vom besonderen Leistungsanspruch nach \u00a7 31 Absatz 6 SGB V umfasst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr gesetzlich Versicherte bedeutet das grunds\u00e4tzlich, dass Cannabisbl\u00fcten nur noch auf Privatrezept und auf eigene Kosten bezogen werden k\u00f6nnen. Ein gesetzlicher Erstattungsanspruch nach \u00a7 31 Absatz 6 SGB V besteht f\u00fcr Cannabisbl\u00fcten nicht mehr. Betroffene k\u00f6nnen sich zu ihrer konkreten Versorgung schriftlich an ihre Krankenkasse wenden. Ein gesetzlicher Erstattungsanspruch ist in der beschlossenen Neufassung jedenfalls nicht mehr vorgesehen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Was bedeutet der Beschluss f\u00fcr bestehende Cannabispatienten?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine der wichtigsten Fragen betrifft Menschen, deren Krankenkasse Cannabisbl\u00fcten bereits genehmigt hat und deren Behandlung seit Monaten oder Jahren erfolgreich verl\u00e4uft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der beschlossene Gesetzestext enth\u00e4lt f\u00fcr die \u00c4nderung des \u00a7 31 Absatz 6 SGB V keine klar erkennbare allgemeine Bestandsschutzregelung. Das bedeutet: Eine fr\u00fchere Kosten\u00fcbernahme bedeutet nicht automatisch, dass die Krankenkasse Cannabisbl\u00fcten seit dem 30. Juli 2026 weiterhin bezahlt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr bereits laufende oder genehmigte Bl\u00fctentherapien enth\u00e4lt das Gesetz keine ausdr\u00fcckliche allgemeine \u00dcbergangs- oder Bestandsschutzregelung. Die KBV und erste Kassen\u00e4rztliche Vereinigungen gehen davon aus, dass auch bisherige Therapien umgestellt werden m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Betroffene sollten deshalb kurzfristig mit ihrer behandelnden Praxis sprechen und ihre Krankenkasse schriftlich um Auskunft bitten. Bei einer ablehnenden Mitteilung sollte ein schriftlicher, begr\u00fcndeter Bescheid verlangt werden. Ob ein bereits erteilter individueller Genehmigungsbescheid zus\u00e4tzlich aufgehoben oder ge\u00e4ndert werden muss, kann von dessen konkretem Inhalt abh\u00e4ngen und sollte im Zweifelsfall sozialrechtlich gepr\u00fcft werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sinnvolle n\u00e4chste Schritte k\u00f6nnen sein:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Die behandelnde \u00c4rztin oder den behandelnden Arzt fr\u00fchzeitig auf die Gesetzes\u00e4nderung ansprechen.<\/li>\n\n\n\n<li>Die bisherige Wirkung, Dosierung und Vertr\u00e4glichkeit der Therapie dokumentieren.<\/li>\n\n\n\n<li>Schriftlich bei der Krankenkasse nachfragen, wie die bestehende Genehmigung seit Inkrafttreten behandelt wird. <\/li>\n\n\n\n<li>Keine eigenst\u00e4ndige Umstellung oder Unterbrechung der Therapie vornehmen.<\/li>\n\n\n\n<li>Im Fall einer ablehnenden Entscheidung fachkundige sozialrechtliche Beratung einholen.<\/li>\n\n\n\n<li>Bei einer Einstellung der Kosten\u00fcbernahme einen schriftlichen, begr\u00fcndeten Bescheid mit Rechtsbehelfsbelehrung verlangen.<\/li>\n\n\n\n<li>Bereits ausgestellte Rezepte nicht ohne vorherige Kl\u00e4rung als sicher erstattungsf\u00e4hig ansehen.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Was gilt f\u00fcr bereits ausgestellte Cannabisrezepte?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Gesetz enth\u00e4lt keine ausdr\u00fccklich formulierte \u00dcbergangsregelung f\u00fcr Verordnungen, die bis zum 29. Juli 2026 ausgestellt, aber erst ab dem 30. Juli 2026 in einer Apotheke eingel\u00f6st oder beliefert werden. Betroffene sollten daher vor der Abgabe kl\u00e4ren, ob die Apotheke das Rezept noch zulasten der GKV abrechnen kann. Eine pauschale Aussage, dass allein das Ausstellungsdatum oder allein das Abgabedatum entscheidet, sollte derzeit nicht getroffen werden.<\/p>\n\n\n<div class=\"jet-listing-grid--4882\" style=\"\"><style>.gzw-card {\n\tpadding: 5rem 3rem;\n\tborder-radius: 30px;\n\toverflow: hidden;\n\tdisplay: flex;\n\tflex-direction: row;\n\tgap: 3rem;\n\twidth: min(100%, 100rem);\n\tmargin-block: 6rem;\n}\n\n.gzw-card__icon {\n\tflex: 0 0 70px;\n}\n\n.gzw-card__icon img {\n\twidth: 70px;\n\theight: 70px;\n}\n\n.gzw-card__text {\n\tdisplay: flex;\n\tflex-direction: column;\n\tgap: 1rem;\n}<\/style><div class=\"gzw-card section-bg section-bg--brown section-shape\">\n\t<div class=\"gzw-card__icon\">\n\t\t<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/hanf.com\/info\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/hanf-lightbulb-on.svg\" class=\"attachment-full size-full\" alt=\"Gl\u00fchbirne Infoicon\" \/>\n\t<\/div>\n\t<div class=\"gzw-card__text\">\n\t\t<div class=\"gzw-card__text__title h3-text\">\n\t\t\tGut zu wissen\n\t\t<\/div>\n\t\t<div class=\"gzw-card__text__description\">\n\t\t\tDie konkrete medizinische Entscheidung muss immer gemeinsam mit der behandelnden \u00c4rztin oder dem behandelnden Arzt getroffen werden.\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n<\/div><\/div>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Warum begr\u00fcndet die Bundesregierung die \u00c4nderung mit Standardisierung?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Bundesregierung verfolgt mit dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz vor allem das Ziel, die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung zu begrenzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei Cannabis verweist sie unter anderem auf Unterschiede zwischen getrockneten Bl\u00fcten, Rezepturen und zugelassenen Fertigarzneimitteln. Zugelassene Fertigarzneimittel durchlaufen ein regul\u00e4res arzneimittelrechtliches Zulassungsverfahren. Dabei werden Qualit\u00e4t, Wirksamkeit und Sicherheit f\u00fcr bestimmte Anwendungsgebiete gepr\u00fcft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Cannabisbl\u00fcten und individuell hergestellte Rezepturarzneimittel verf\u00fcgen demgegen\u00fcber nicht \u00fcber eine Zulassung f\u00fcr ein bestimmtes Krankheitsbild. Die Bundesregierung begr\u00fcndete die Neuregelung damit, die Versorgung st\u00e4rker an zugelassenen und standardisierten Pr\u00e4paraten auszurichten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zudem erwartet sie Einsparungen bei den Arzneimittelausgaben der gesetzlichen Krankenkassen. Bereits im urspr\u00fcnglichen Entwurf wurden f\u00fcr den Ausschluss von Cannabisbl\u00fcten Einsparungen in dreistelliger Millionenh\u00f6he prognostiziert.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Warum wird die Neuregelung kritisiert?<\/strong><\/h2>\n\n\n<div class=\"jet-listing-grid--4882\" style=\"\"><div class=\"gzw-card section-bg section-bg--brown section-shape\">\n\t<div class=\"gzw-card__icon\">\n\t\t<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/hanf.com\/info\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/hanf-lightbulb-on.svg\" class=\"attachment-full size-full\" alt=\"Gl\u00fchbirne Infoicon\" \/>\n\t<\/div>\n\t<div class=\"gzw-card__text\">\n\t\t<div class=\"gzw-card__text__title h3-text\">\n\t\t\tGut zu wissen\n\t\t<\/div>\n\t\t<div class=\"gzw-card__text__description\">\n\t\t\tPatientenorganisationen, Apothekerverb\u00e4nde, Teile der \u00c4rzteschaft und Unternehmen der Cannabisbranche kritisieren sowohl den Ausschluss der Bl\u00fcten als auch den neuen Vorrang der Fertigarzneimittel.\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n<\/div><\/div>\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Bl\u00fcten und orale Pr\u00e4parate sind nicht immer austauschbar<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Cannabisbl\u00fcten werden bei einer medizinischen Anwendung \u00fcblicherweise mithilfe eines geeigneten Vaporisators inhaliert. Die Wirkstoffe gelangen dabei vergleichsweise schnell in den Blutkreislauf.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Oral eingenommene Extrakte oder L\u00f6sungen wirken h\u00e4ufig sp\u00e4ter. Daf\u00fcr kann ihre Wirkung l\u00e4nger anhalten. Beide Anwendungsformen k\u00f6nnen deshalb unterschiedlichen therapeutischen Zwecken dienen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein schneller Wirkungseintritt kann beispielsweise bei pl\u00f6tzlich auftretenden Schmerzspitzen, Spastiken oder starker \u00dcbelkeit von Bedeutung sein. Eine orale Anwendung kann dagegen f\u00fcr eine l\u00e4nger anhaltende Basistherapie sinnvoll sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Keine Darreichungsform ist deshalb automatisch besser. Entscheidend sind das Krankheitsbild, das Therapieziel, die Vertr\u00e4glichkeit und die individuelle \u00e4rztliche Einsch\u00e4tzung.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>F\u00fcr viele Erkrankungen gibt es kein passendes Fertigarzneimittel<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zugelassene cannabishaltige Fertigarzneimittel stehen nur f\u00fcr begrenzte Anwendungsgebiete zur Verf\u00fcgung. Die tats\u00e4chliche Versorgung mit medizinischem Cannabis betrifft jedoch eine deutlich gr\u00f6\u00dfere Bandbreite schwerwiegender Erkrankungen und Symptome.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kritiker bef\u00fcrchten daher, dass Patientinnen und Patienten zun\u00e4chst ein Pr\u00e4parat ausprobieren m\u00fcssen, das nicht speziell f\u00fcr ihre Erkrankung entwickelt oder zugelassen wurde. Welche M\u00f6glichkeiten in solchen F\u00e4llen bestehen, muss durch die weitere Ausgestaltung gekl\u00e4rt werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Bew\u00e4hrte Therapien m\u00fcssen m\u00f6glicherweise umgestellt werden<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders problematisch ist die nun erforderliche Pr\u00fcfung einer Umstellung bei Menschen, die bereits stabil und erfolgreich mit Cannabisbl\u00fcten behandelt wurden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine \u00c4nderung der Darreichungsform kann Auswirkungen haben auf:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>den Wirkungseintritt,<\/li>\n\n\n\n<li>die Wirkungsdauer,<\/li>\n\n\n\n<li>die Dosierung,<\/li>\n\n\n\n<li>die Vertr\u00e4glichkeit,<\/li>\n\n\n\n<li>m\u00f6gliche Wechselwirkungen,<\/li>\n\n\n\n<li>die Kontrolle akuter Symptome,<\/li>\n\n\n\n<li>die Teilnahme am Alltag oder Berufsleben.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n<div class=\"jet-listing-grid--4882\" style=\"\"><div class=\"gzw-card section-bg section-bg--brown section-shape\">\n\t<div class=\"gzw-card__icon\">\n\t\t<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/hanf.com\/info\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/hanf-lightbulb-on.svg\" class=\"attachment-full size-full\" alt=\"Gl\u00fchbirne Infoicon\" \/>\n\t<\/div>\n\t<div class=\"gzw-card__text\">\n\t\t<div class=\"gzw-card__text__title h3-text\">\n\t\t\tGut zu wissen\n\t\t<\/div>\n\t\t<div class=\"gzw-card__text__description\">\n\t\t\tEine Umstellung ist deshalb keine reine Formalit\u00e4t. Sie kann eine neue Einstellungsphase mit zus\u00e4tzlichen Arztterminen, Kontrollen und Anpassungen erforderlich machen.\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n<\/div><\/div>\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>M\u00f6gliche Folgekosten bleiben umstritten<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Bundesregierung erwartet durch die Neuregelung Einsparungen f\u00fcr die gesetzlichen Krankenkassen. Kritiker halten die Berechnung jedoch f\u00fcr unvollst\u00e4ndig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zus\u00e4tzliche Kosten k\u00f6nnten beispielsweise durch h\u00e4ufigere Arztbesuche, neue Genehmigungsverfahren, Therapieumstellungen, teurere Alternativpr\u00e4parate oder eine schlechtere Symptomkontrolle entstehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ob die Regelung die GKV insgesamt tats\u00e4chlich entlastet, l\u00e4sst sich derzeit nicht abschlie\u00dfend beurteilen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Betrifft die \u00c4nderung auch Privatversicherte?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die seit dem 30. Juli 2026 geltende \u00c4nderung betrifft \u00a7 31 SGB V und damit unmittelbar den Leistungsanspruch in der gesetzlichen Krankenversicherung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Private Krankenversicherungen sind daran nicht in gleicher Weise gebunden. Ob eine private Krankenversicherung medizinische Cannabisbl\u00fcten, Extrakte oder Fertigarzneimittel bezahlt, richtet sich nach dem jeweiligen Tarif, den Versicherungsbedingungen und der medizinischen Notwendigkeit im konkreten Fall.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Privatversicherte sollten sich daher direkt bei ihrem Versicherer nach den Voraussetzungen erkundigen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Seit wann gelten die neuen Regeln?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz wurde am 24. Juli 2026 ausgefertigt und am 29. Juli 2026 als BGBl. 2026 I Nr. 228 im Bundesgesetzblatt verk\u00fcndet. Die \u00c4nderungen bei der Versorgung mit medizinischem Cannabis traten am 30. Juli 2026 in Kraft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bis einschlie\u00dflich 29. Juli 2026 galt die fr\u00fchere Fassung des \u00a7 31 Absatz 6 SGB V. Seit dem 30. Juli 2026 sind getrocknete Cannabisbl\u00fcten <strong>nicht mehr Bestandteil<\/strong> des dort geregelten besonderen Leistungsanspruchs.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Was sollten Betroffene jetzt tun?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Patientinnen und Patienten sollten ihre Medikation nicht aus Sorge vor der Gesetzes\u00e4nderung eigenst\u00e4ndig reduzieren, absetzen oder ver\u00e4ndern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Betroffene sollten nun m\u00f6glichst kurzfristig die folgenden Schritte einleiten:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Bei der Krankenkasse eine <strong>schriftliche Auskunft<\/strong> zur bestehenden Genehmigung verlangen. <\/li>\n\n\n\n<li>Bei Einstellung der Leistung einen <strong>schriftlichen Bescheid<\/strong> verlangen. <\/li>\n\n\n\n<li>Vor Einl\u00f6sung eines \u00e4lteren Rezepts mit Arzt, Apotheke und Krankenkasse kl\u00e4ren, ob eine GKV-Abrechnung noch m\u00f6glich ist. <\/li>\n\n\n\n<li>Keine Therapie eigenst\u00e4ndig abbrechen oder umstellen. <\/li>\n\n\n\n<li>Wirkung, Dosierung, Nebenwirkungen und fr\u00fchere Therapieversuche dokumentieren.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n<div class=\"jet-listing-grid--4882\" style=\"\"><div class=\"gzw-card section-bg section-bg--brown section-shape\">\n\t<div class=\"gzw-card__icon\">\n\t\t<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/hanf.com\/info\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/hanf-lightbulb-on.svg\" class=\"attachment-full size-full\" alt=\"Gl\u00fchbirne Infoicon\" \/>\n\t<\/div>\n\t<div class=\"gzw-card__text\">\n\t\t<div class=\"gzw-card__text__title h3-text\">\n\t\t\tGut zu wissen\n\t\t<\/div>\n\t\t<div class=\"gzw-card__text__description\">\n\t\t\tEine fr\u00fchzeitige Dokumentation kann besonders wichtig werden, wenn sp\u00e4ter beurteilt werden muss, ob alternative Pr\u00e4parate ungeeignet waren oder nicht ausreichend gewirkt haben.\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n<\/div><\/div>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Unsere Einsch\u00e4tzung: Eine Kostenentscheidung mit weitreichenden Folgen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz hat der Gesetzgeber die Versorgung mit medizinischem Cannabis grundlegend ver\u00e4ndert. Seit dem 30. Juli 2026 sind Cannabisbl\u00fcten nicht mehr Bestandteil des besonderen Leistungsanspruchs der gesetzlichen Krankenversicherung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die \u00e4rztliche Verordnung und die Abgabe in Apotheken bleiben grunds\u00e4tzlich m\u00f6glich. Gesetzlich Versicherte m\u00fcssen die Kosten jedoch regelm\u00e4\u00dfig selbst tragen. F\u00fcr viele Menschen wird die Fortf\u00fchrung ihrer bisherigen Bl\u00fctentherapie damit zu einer Frage der finanziellen M\u00f6glichkeiten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gleichzeitig bleiben standardisierte Cannabisextrakte sowie Arzneimittel mit Dronabinol oder Nabilon grunds\u00e4tzlich erstattungsf\u00e4hig. Ihnen ist nun jedoch grunds\u00e4tzlich ein sechsmonatiger Therapieversuch mit einem zugelassenen cannabishaltigen Fertigarzneimittel vorgeschaltet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders problematisch ist, dass das Gesetz keine ausdr\u00fccklich formulierte allgemeine \u00dcbergangsregelung f\u00fcr bereits genehmigte und laufende Therapien enth\u00e4lt. Entscheidend wird nun sein, wie Krankenkassen, Vertrags\u00e4rzte, Apotheken und der Gemeinsame Bundesausschuss die Neuregelung praktisch umsetzen. HANF.com wird den Beitrag aktualisieren, sobald dazu belastbare neue Informationen vorliegen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>H\u00e4ufig gestellte Fragen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<details class=\"wp-block-details is-layout-flow wp-block-details-is-layout-flow\"><summary><strong>Bezahlt die Krankenkasse medizinische Cannabisbl\u00fcten noch?<\/strong><\/summary>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Grunds\u00e4tzlich nein. Seit dem 30. Juli 2026 sind Cannabisbl\u00fcten nicht mehr Bestandteil des besonderen Leistungsanspruchs nach \u00a7 31 Absatz 6 SGB V. Eine \u00e4rztliche Verordnung bleibt grunds\u00e4tzlich m\u00f6glich, erfolgt f\u00fcr gesetzlich Versicherte jedoch regelm\u00e4\u00dfig auf Privatrezept und auf eigene Kosten.<\/p>\n\n\n\n<details class=\"wp-block-details is-layout-flow wp-block-details-is-layout-flow\"><summary><strong>Sind medizinische Cannabisbl\u00fcten jetzt verboten?<\/strong><\/summary>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nein. Die Neuregelung betrifft die Kosten\u00fcbernahme durch die gesetzliche Krankenversicherung, nicht ein allgemeines Verbot der \u00e4rztlichen Verordnung oder der Abgabe in Apotheken.<\/p>\n<\/details>\n<\/details>\n\n\n\n<details class=\"wp-block-details is-layout-flow wp-block-details-is-layout-flow\"><summary><strong>Kann ich Cannabisbl\u00fcten auf Privatrezept erhalten?<\/strong><\/summary>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Grunds\u00e4tzlich ja, sofern eine \u00c4rztin oder ein Arzt die Verordnung medizinisch f\u00fcr vertretbar h\u00e4lt. Die Kosten m\u00fcssen bei einem Privatrezept normalerweise selbst getragen werden.<\/p>\n<\/details>\n\n\n\n<details class=\"wp-block-details is-layout-flow wp-block-details-is-layout-flow\"><summary><strong>Gibt es Bestandsschutz f\u00fcr bestehende Patienten?<\/strong><\/summary>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Gesetz enth\u00e4lt keine ausdr\u00fcckliche allgemeine Bestandsschutz- oder \u00dcbergangsregelung f\u00fcr bereits genehmigte Bl\u00fctentherapien. Die KBV und erste Kassen\u00e4rztliche Vereinigungen gehen von einer erforderlichen Umstellung auch laufender Therapien aus. Wie ein konkreter \u00e4lterer Genehmigungsbescheid verwaltungsrechtlich behandelt werden muss, kann von seinem Inhalt abh\u00e4ngen. Betroffene sollten eine schriftliche Entscheidung ihrer Krankenkasse verlangen.<\/p>\n<\/details>\n\n\n\n<details class=\"wp-block-details is-layout-flow wp-block-details-is-layout-flow\"><summary><strong>Werden Cannabisextrakte weiterhin von der GKV bezahlt?<\/strong><\/summary>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Standardisierte Cannabisextrakte bleiben grunds\u00e4tzlich im gesetzlichen Leistungsanspruch. Standardisierte Cannabisextrakte bleiben grunds\u00e4tzlich erfasst. Die Versorgung muss jedoch grunds\u00e4tzlich zun\u00e4chst mit einem zugelassenen cannabishaltigen Fertigarzneimittel im Rahmen eines sechsmonatigen Therapieversuchs erfolgen.<\/p>\n<\/details>\n\n\n\n<details class=\"wp-block-details is-layout-flow wp-block-details-is-layout-flow\"><summary><strong>Betrifft der Therapieversuch auch Dronabinol?<\/strong><\/summary>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ja. Der neue \u00a7 31 Absatz 6 erfasst neben standardisierten Extrakten auch Arzneimittel mit Dronabinol oder Nabilon. Der Fertigarzneimittel-Vorrang steht vor dem gemeinsamen Leistungsanspruch f\u00fcr diese Pr\u00e4parate.<\/p>\n<\/details>\n\n\n\n<details class=\"wp-block-details is-layout-flow wp-block-details-is-layout-flow\"><summary><strong>Muss der Versuch immer genau sechs Monate dauern?<\/strong><\/summary>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Gesetz sieht einen sechsmonatigen Therapieversuch vor. Wie bei Unvertr\u00e4glichkeit, Gegenanzeigen, ausbleibender Wirkung oder medizinisch notwendigem Abbruch vor Ablauf der sechs Monate verfahren wird, ist in der praktischen Umsetzung noch nicht abschlie\u00dfend gekl\u00e4rt.<\/p>\n<\/details>\n\n\n\n<details class=\"wp-block-details is-layout-flow wp-block-details-is-layout-flow\"><summary><strong>Was gilt, wenn kein Fertigarzneimittel f\u00fcr meine Erkrankung zugelassen ist?<\/strong><\/summary>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Frage wird durch den beschlossenen Gesetzeswortlaut nicht eindeutig beantwortet. Hier werden die Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses und die Anwendung durch \u00c4rzte und Krankenkassen entscheidend sein.<\/p>\n<\/details>\n\n\n\n<details class=\"wp-block-details is-layout-flow wp-block-details-is-layout-flow\"><summary><strong>Wann tritt die \u00c4nderung in Kraft?<\/strong><\/summary>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die \u00c4nderung ist am 30. Juli 2026 in Kraft getreten. Das Gesetz wurde am 29. Juli 2026 im Bundesgesetzblatt verk\u00fcndet.<\/p>\n<\/details>\n\n\n\n<details class=\"wp-block-details is-layout-flow wp-block-details-is-layout-flow\"><summary><strong>Betrifft die \u00c4nderung auch Privatversicherte?<\/strong><\/summary>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nicht unmittelbar. Bei privaten Krankenversicherungen richtet sich die Kosten\u00fcbernahme nach dem jeweiligen Tarif und den Versicherungsbedingungen.<\/p>\n\n\n\n<details class=\"wp-block-details is-layout-flow wp-block-details-is-layout-flow\"><summary><strong>Was gilt f\u00fcr Rezepte, die vor dem 30. Juli 2026 ausgestellt wurden?<\/strong><\/summary>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Gesetz enth\u00e4lt keine ausdr\u00fcckliche \u00dcbergangsregelung f\u00fcr vor dem Stichtag ausgestellte, aber erst danach eingel\u00f6ste oder belieferte Rezepte. Die Abrechnung sollte deshalb vorab mit Apotheke und Krankenkasse gekl\u00e4rt werden.<\/p>\n\n\n\n<details class=\"wp-block-details is-layout-flow wp-block-details-is-layout-flow\"><summary><strong>Muss meine Krankenkasse mich schriftlich informieren?<\/strong><\/summary>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer eine laufende Genehmigung besitzt und dessen Kosten\u00fcbernahme eingestellt wird, sollte eine schriftliche und begr\u00fcndete Entscheidung der Krankenkasse verlangen. Diese ist f\u00fcr eine rechtliche Pr\u00fcfung und m\u00f6gliche Rechtsbehelfe wichtig.<\/p>\n\n\n\n<details class=\"wp-block-details is-layout-flow wp-block-details-is-layout-flow\"><summary><strong>Kann mein Arzt Cannabisbl\u00fcten weiterhin verschreiben?<\/strong><\/summary>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Grunds\u00e4tzlich ja. Die Neuregelung beendet nicht die \u00e4rztliche Verschreibbarkeit, sondern die Einbeziehung der Bl\u00fcten in den besonderen GKV-Leistungsanspruch. Gesetzlich Versicherte m\u00fcssen die Kosten daher selbst tragen.<\/p>\n<\/details>\n<\/details>\n<\/details>\n<\/details>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Quellen<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Gesetzesbeschluss des Deutschen Bundestages zum GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz, Bundesratsdrucksache 411\/26<\/li>\n\n\n\n<li>Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses f\u00fcr Gesundheit, Bundestagsdrucksache 21\/7016<\/li>\n\n\n\n<li>Dokumentations- und Informationssystem f\u00fcr Parlamentsmaterialien des Deutschen Bundestages<\/li>\n\n\n\n<li>Namentliche Abstimmung des Deutschen Bundestages vom 10. Juli 2026<\/li>\n\n\n\n<li>Bundesministerium f\u00fcr Gesundheit: Informationen zum GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz<\/li>\n\n\n\n<li>Stellungnahmen von Patienten-, \u00c4rzte-, Apotheker- und Branchenverb\u00e4nden im parlamentarischen Verfahren<\/li>\n\n\n\n<li>Gesetz zur Stabilisierung der Beitragss\u00e4tze in der gesetzlichen Krankenversicherung vom 24. Juli 2026, BGBl. 2026 I Nr. 228<\/li>\n\n\n\n<li>Bundesgesetzblatt: Ver\u00f6ffentlichung vom 29. Juli 2026<\/li>\n\n\n\n<li>Kassen\u00e4rztliche Bundesvereinigung: GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz, Stand 30. Juli 2026<\/li>\n\n\n\n<li>KBV: \u201eDie Sparliste \u2013 Auswirkungen des Spargesetzes f\u00fcr Praxen\u201c, 30. Juli 2026<\/li>\n\n\n\n<li>Kassen\u00e4rztliche Vereinigung Rheinland-Pfalz: Auswirkungen auf den Arzneimittelsektor<\/li>\n\n\n\n<li>Aktuelle Fassung von \u00a7 31 Absatz 6 SGB V<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was der Beschluss f\u00fcr Cannabispatienten, Extrakte und Fertigarzneimittel bedeutet Seit dem 30. Juli 2026 gelten neue Regeln f\u00fcr die Versorgung gesetzlich Versicherter mit medizinischem Cannabis. Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz wurde am 29. Juli 2026 im Bundesgesetzblatt verk\u00fcndet und trat am folgenden Tag in Kraft. Getrocknete Cannabisbl\u00fcten sind seitdem nicht mehr Bestandteil des besonderen Leistungsanspruchs nach \u00a7 31 [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":61962,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_seopress_titles_title":"Cannabisbl\u00fcten nicht mehr auf Rezept | GKV-Aus seit 30. 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